Eine Ortsbeschreibung zu Bischofthum

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Eine kurze Beschreibung von Bischofthum wurde zusammengestellt von Detlef Gollnick, 2005:

Das Neustettiner Land um Bischofthum ist charakteristisch für eine Moränenlandschaft mit dem Nebeneinander von welligem Hügelland und streckenweisem Flachland und dem Durcheinander von gutem Boden und Sand. 1408 wurde Bischofthum in einer Handfeste erwähnt.

Ein Glockenturm stand oben im Dorf auf dem Eßberg. Weiterhin befand sich hier das Kriegerdenkmal mit den Gefallenen des I Weltkrieges. Auf dem Abbau war ein Schießstand, die Schützenfeste fanden dann bei Pantels in der Gastwirtschaft statt. Die Musik kam von Schülkes Karl und Paul.
Ein Spritzenhaus stand hinter dem Spielplatz der Schule mit einer von Hand zu betätigenden Spritze.

Die Wiesen und Torfkuhlen der Landwirte lagen in einzelnen Parzellen entlang der Küddow zwischen Hohenstein, Kasimirshof und Wittfelde. Die ersten Häuser in Bischofthum waren Schäferhäuser.

Die verschiedenen Arten von Torf rechneten früher zu den Bodenschätzen des Landes, als Kohlentransport noch nicht üblich war und Holz als teures Feuerungsmaterial galt. Fischkundige Landsleute nennen Quappe (Raubfisch bis 8 kg), Maräne (felchenartiger Fisch), Karausche (Bauernkarpfen) oder gar den Stint (kleiner Lachsfisch) als Leckerbissen. Der Kreis Neustettin war auch ein Paradies für Pilz- und Beerensammler. Es war ein Festtag, wenn ganze Familien „in die Pilze“ gingen. Jährlich wurden in Rummelsburg 8.000 Zentner Pilze und Beeren verladen.

Von Bischofthum bis Stettin sind es etwa 160 km, bis Berlin etwa 270 km. Die Einkaufsstadt Baldenburg lag ca. 4 km entfernt. Bischofthum gehörte zum Kirchspiel Kasimirshof .

Die sparsamen Bischofthumer legten ihr Erspartes an :

bei der Spar- und Darlehenskasse Bischofthum,
bei der Sparkasse des Kreises Köslin, Zweigstelle Bublitz,
bei der Sparkasse des Krs. Schlochau, Hauptzweigst. Baldenburg.

Allgemeines Bodennutzungs- und Kulturarten-Verhältnis:

Landwirtschaftliche Nutzung 62%,
      davon Ackerland 85% (mit Roggen 35%, Hafer 16%, Gerste 3%, Weizen 2%, mit Kartoffeln 18%, Hackfrüchten 15%) 
      davon Dauergrünland 15% (mit Klee, Kleegras und Luzerne 7%)
Forstwirtschaftliche Nutzung 22%,
Moor und sonstige Flächen 16%.